Berühmte Fotografen und Fotografinnen im “Scroll of Fame”


Eine ganze Reihe von berühmten Fotografen und Fotografinnen haben in den letzten über 100 Jahren die Welt durch ihre Arbeit bereichert. Ganz gleich ob aufwendig inszenierte Kunstwerke, spontane und humorvolle Schnappschüsse, kritische Gesellschafts- und Geschichtsdokumentation, erotische Ikonographien, tiefblickende Portraits, ausdrucksstarke Landschaften oder Reportagen in Krisengebieten – exzeptionelle Fotografien leben von der Fähigkeit des Fotografen, eine Perspektive aufzuzeigen, die den Betrachter bannt. Ein guter Fotograf, eine gute Fotografin vermag es Raum zum Träumen, Staunen oder Miterleben zu schaffen. Entdecken Sie in unserem “Scroll of Fame”, welche Fotokünstler für ihr Fotografieren einen Stern bekommen.

 

Berühmte Fotografen und Fotografinnen im grossen "Scroll of Fame"

Teil I: Berühmte Portrait- und Mode-Fotografen – Die Seele im Fokus

In der Portraitfotografie steht das fotografische Herausarbeiten des charakteristischen Wesens in einer Fotografie im Vordergrund. Aufnahmen müssen dem ganz persönlichen Ausdruck und der Individualität des Lebewesens vor der Linse gerecht werden. Die Herangehensweise genau dies einem Portrait zu entlocken ist oft sehr unterschiedlich. Manche berühmte Portrait-Fotografen setzen auf Spontaneität und Offenheit, bei der eine Energie zwischen Künstler und Motiv entsteht, wieder andere sind akribischer und legen grösseren Wert auf Auslichtung und andere technische Details. Am Ende ist es das Zusammenspiel aus Perspektive des Fotografen, Szenerie und Licht, abgelichteter Charakter und der Moment, das den Ausdruck der Seele auf Zelluloid bannt.

 

Berühmter Fotograf Portraits, schwarz-weiss: Elliott Erwin

Elliott Erwitt – Humor in der Fotografie

 

* 26. Juli 1928 in Paris, Frankreich
Porträt, Street, schwarzweiss

 

Im deutschsprachigen Raum wird gern mit “Der Loriot der Fotografie” auf ihn referiert. Denn: Ein süffisanter Humor durchzieht seine Aufnahmen. Unverwechselbar ist seine Fähigkeit, Komik pointiert zu visualisieren.

 

In einer einzigartigen Wahrnehmung fängt er alltägliche Momente aus dem Leben von Mensch und Tier mit der Kamera ein. Seine Schwarzweiss-Portraits – wie jenes der trauernden Witwe Jackie Kennedy – zeugen dabei von grosser Sensibilität.

 

Berühmter Fotograf Portraits, schwarz-weiss: Elliott Erwin

Steve McCurry – Meister der Farbfotografie

 

* 24. Februar 1950 in Philadelphia, Pennsylvania, USA
Street, Farbfotografie, Portraits

 

Seit Jahrzehnten lichtet der US-Amerikaner Steve McCurry die Krisenherde dieser Welt ab. Unerwarteterweise gibt er ihnen eine einzigartige Poesie und Ästhetik. Es ist eine Gratwanderung zwischen Schönheit und Elend. Die Ausstrahlung eines kleinen afghanischen Mädchens mit stechend grünen Augen in einer seiner Aufnahmen aus dem Jahr 1984 machte ihn weltbekannt. Auch hier ist es die Widersprüchlichkeit aus Stärke und dem Willen zu Überleben gegenüber einer Zerbrechlichkeit und etwas Verstörendem, das das Motiv auszeichnet – wie so oft in seinen Fotografien. 

 

Steve McCurry rechts im Bild

 

Das Magische in seinem Werk ist die Verbildlichung dessen, was schwer in Worten auszudrücken ist und aus der Energie zwischen dem Fotografen und dem abgelichteten Menschen entsteht.

 

Berühmter Fotograf Portraits, schwarz-weiss: Elliott Erwin

Helmut Newton – das Spiel mit dem Betrachter

 

31. Oktober 1920 – 23. Januar 2004
Portraits, Aktfotografie, Modefotografie

 

Sie sind gefährlich, fast bedrohlich, aber: immer elegant – die Frauen in Helmut Newtons Modefotografien ziehen alle Blicke auf sich. Für seine kontroversen Szenarien, starke Bildausleuchtung und ungewöhnlichen Kompositionen, die er lieber auf der Strasse oder in realen Innenräumen inszenierte als im Studio, feiert man Helmut Newton noch heute. Er ist einer der einflussreichsten Fotografen aller Zeiten. International berühmt wurde er in den 1970er-Jahren, in denen er vorwiegend für die französische Vogue arbeitete.

 

Ohne den Anspruch einer Vollständigkeit zu erheben sollen in Ergänzung auch Anton Corbijn, Irving Penn, Man Ray, Peter Lindbergh, David LaChapelle und Robert Mapplethorpe hier als berühmte Portrait Fotografen genannt sein.

 

Helmut Newtons Portrait von Laurel Martyn, 1952

 


Teil II: Frauen in der Fotografie – die Welt aus der weiblichen Perspektive

Sehen Frauen die Welt anders als Männer? Unterscheiden sich die Blickwinkel im künstlerischen Werk zwischen den Geschlechtern erkennbar? Allzu oft ist das weibliche Geschlecht bei der Thematik “Frauen in der Kunst” doppelt unsichtbar: Zum einen stehen Frauen in der Regel eher als Motiv im Fokus, nicht aber als schaffende Kraft hinter der Linse. Zumindest ist dies das gängigere Narrativ. Zum anderen sprechen Statistiken für eine deutliche Unterrepräsentation der Frau in einer vorrangig von Männer dominierten Szene: So zählt die grösste Organisation für Berufsfotografinnen und -fotografen in Deutschland etwa 2.400 Mitglieder, von denen lediglich ein Fünftel weiblich ist.

 

Frauen müssen und mussten in der professionellen Fotografie lange um Akzeptanz kämpfen. Dabei gab es im 19. Jahrhundert wahre Pionierinnen der fotografischen Technik und heute herausragende Ablicht-Koryphäen.

Berühmter Fotograf Portraits, schwarz-weiss: Elliott Erwin
  • Gertrud Arndt (20. September 1903 – 10. Juli 2000) ist mit ihren 43 »Maskenphotos« – Selbstbildnissen, in denen sie zwischen multiplen Rollen hin- und herdriftet – bekannt.
  • Eve Arnold (21. April 1912 – 4. Januar 2012) hat eines der schönsten Fotos von Marilyn Monroe gemacht.
  • Anna Atkins (16. März 1799 – 9. Juni 1871) Pionierin der Fotografie und für ihr 1843 erschienenes Buch von Gräsern, Blumen und Federn bekannt, welches das erste Buch der Welt ist, in dem alle Illustrationen mithilfe einer fotografischen Technik hergestellt wurden.
  • Martine Francks (2. April 1938 – 16. August 2012) bekannteste Aufnahme ist die eines wiedergeborenen, zwölfjährigen Lama, der in einem Moment ganz schelmisches, ausgelassenes Kind ist, nicht Gottheit.
  • Gertrude Käsebier (18. Mai 1852 – 12. Oktober 1934) spielte bereits um die Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert mit Schärfen und Unschärfen

 

 

Gertrude Käsebier, circa 1900

  • Dorothea Langes (26. Mai 1895 – 11. Oktober 1965) Fotografie der abgearbeiteten, müden Erbsenpflückerin, deren Kinder ihre Köpfe an ihre Schulter lehnen, ist zur Ikone der grossen Depression in den USA geworden.
  • Helen Levitt (31. August 1913 – 29. März 2009) zählt mit ihren Bildern von Kindern aus den New Yorker Stadtteilen Spanish Harlem, der Bronx und der Lower East Side als wichtigste Vertreterin der New York Street Photography.
  • Lisette Model (10. November 1901 – 30. März 1983) fotografiert eine üppige Badende auf Coney Island, die fröhlich in die Kamera lacht – sie zeigt eine schöne Frau, die so gar nicht den Schönheitsidealen entspricht.
  • Tina Modotti (17. August 1896 – 5. Januar 1942) hinterlässt ein umfangreiches beeindruckendes Werk, besonders bekannt: die protestierende Mexikanerin, eine starke Frau, die aufrecht geht und die Fahne trägt.
  • Shirana Shahbazi (* 1974 in Teheran) erweitert den Begriff künstlerischer Fotografie, indem sie u.a. Alltagsszenen, Porträts und Landschaften aus dem Iran kombiniert und die verschiedenen Genres in Beziehung zueinander setzt.
  • Cindy Sherman (* 19. Januar 1954 in New Jersey) hat einige der rätselhaftesten, schockierendsten Bilderserien der Fotografie des 20. Jahrhunderts geschaffen – reine Fiktion, perfekte Inszenierungen, in denen sie selbst als ihr einziges Modell in vielerlei Rollen auftritt und hinter wechselnden Masken wieder verschwindet.
  • Ellen von Unwerth (* 1954 in Frankfurt a.M.) zeigt in ihrer Fotografie eine unverwechselbare Handschrift, ihre Art, weibliche Schönheit zu inszenieren, eine Mischung aus Fetisch, Humor und Erotik.

Die beiden berühmtesten (US-)Fotografinnen unserer Zeit sind:

 

Diane Arbus – am Rand der Gesellschaft

 

14. März 1923 – 27. Juli 1971
Portraitfotografie, Modefotografie

 

Diane Arbus ist eine der herausragendsten Künstlerinnen in der Dokumentarfotografie. Sie gilt als Wegbereiterin eines „neuen“ dokumentarischen Stils, bei dem die Fotografin in ihren Aufnahmen schonungslos diejenigen Menschen ablichtet, die “am Rand der Gesellschaft” leben. Arbus konfrontiert das Publikum mit Motiven, die die Gesellschaft gern verdrängt. Transvestiten, Zwillinge, Kleinwüchsige, Nudisten, Menschen auf der Strasse und Menschen in ihrer intimen Umgebung – im Zentrum ihres Werks steht der seelisch und körperlich “deformierte” Mensch.

 

 

 Reproduction of Diane Arbus' "A young man with curlers at home on

west 20th street"picture, shot on 35 mm film developped the old fashion way.

 

Annie Leibovitz – Herzstück im kollektiven popkulturellen Bildergedächtnis

 

* 2. Oktober 1949 in Waterbury, Connecticut, USA
Portraits, Aktaufnahmen, Werbung, Reportagen

 

Die US-Amerikanerin Annie Leibovitz gilt als bedeutendste Ikonographin der amerikanischen Popkultur. Mit ihren inszenierten „Miniaturdramen“ von MusikerInnen, SchauspielerInnen, KünstlerInnen, PolitikerInnen oder SportlerInnen und Menschen des öffentlichen Lebens hat sie seit den 70er Jahren massgeblich das kollektive Bildergedächtnis mitbestimmt. Zu ihren bekanntesten Bildern zählen: John Lennon, der sich nackt und in embryonaler Haltung an Yoko Ono schmiegt, Whoopie Goldberg in einer mit Milch gefüllten Badewanne, Bette Midler unter Rosen gebettet oder die hochschwangere Demi Moore als Akt auf dem Vanity Fair Titelcover. Ihre Bilder enthüllen und maskieren zugleich. Durch das Spiel mit Glamour und Wirklichkeit schafft sie in der Inszenierung eine neue Realität.

 


Teil III: Die bedeutendsten Street- und Landschaftsfotografen

Berühmte Fotografen der Street oder Landschaftsfotografie sind neben Henri Cartier-Bresson, Michael Kenna, Paul Strand und Robert Capa auch folgende:

 

Ansel Easton Adams – König der Landschaftsfotografie in schwarzweiss

 

20. Februar 1902 – 22. April 1984
dokumentarische Natur- und Landschaftsfotografie, schwarzweiss

 

Ansel Adams wurde durch seine Ablichtungen amerikanischer Landschaften zu einem der bekanntesten Landschaftsportraitisten des 20. Jahrhunderts. Als Mitgründer der Gruppe f/64 gehört Adams zu den Pionieren der “straight photography”, einer Stilrichtung in der Fotografie, welche die Absicht verfolgt, natürliche Gegebenheiten so naturgetreu wie möglich aufzunehmen.

Ansel Adams’ Fotografie The Tetons and the Snake River von 1942

 

Unter anderem durch diese Naturtreue wurde er zu einem der berühmtesten Fotografen Amerikas. Seine nüchternen und zugleich stimmungsvollen Schwarzweiss-Aufnahmen machen ihn zum Vorbild für viele Fotografen.

 

Robert Frank – Porträt einer ganzen Nation

 

* 24. Februar 1950 in Philadelphia, Pennsylvania, USA
Street, schwarzweiss

 

Mit seinem Fotobuch The Americans (1958) revolutionierte Robert Frank die Ästhetik des Fotobuchs. In dieser visuellen Studie der Zivilisation Amerikas fängt er auch die Kehrseiten des American Dream ein. Mit einer fast niederschmetternden Ehrlichkeit blicken seine Fotografien hinter die Fassade einer Gesellschaft, die zur Zeit des Kalten Kriegs von Patriotismus, Rassismus und Religion geprägt ist. Dabei entwickelt er „einen völlig eigenständigen, subjektiven und sozialkritischen Stil einer poetisch-dokumentarischen Fotografie [...], die die Amerikaner als «snapshot aesthetic» bezeichnen” (Juri Steiner).

 

Andreas Gursky – Panoramabilder mit machtvollen Metaphern

 

* 15. Januar 1955 in Leipzig, Deutschland
Landschaft, Architektur, Farbe

 

Andreas Gursky ist einer der berühmtesten Absolventen der „Düsseldorfer Photoschule“ von Bernd und Hilla Becher. Seine grossformatigen Aufnahmen machen ihn zu einem der weltweit erfolgreichsten zeitgenössischen Fotografen. Auf dem Kunstmarkt erzielt der Fotokünstler Gursky Preisrekorde, in seinen Panorama-Arbeiten fängt er machtvolle Metaphern auf die menschliche Gesellschaft ein. Er fotografiert hauptsächlich Landschaften, Innenräume und Architektur. Die Motive und macht keinen Hehl daraus, dass er die Fotos am PC manipuliert und teilweise aus mehreren Einzel-Aufnahmen zusammensetzt.

 


Teil IV: Schweizer Fotografen: Prägende Figuren der Helvetia

Als klar und plastisch wird die schweizer Fotografie bezeichnet. Zu den wichtigen und berühmten Schweizer Fotografen zählen:

 

  • Karl Ammann
  • Emanuel Ammon
  • Werner Bischof
  • Balthasar Burkhard
  • René Burri
  • Luc Chessex
  • Michel Comte
  • Hans Finsler
  • Robert Frank
  • Theo Frey
  • Werner Gadlinger
  • René Groebli
  • Peter Knapp
  • Carl August Koch
  • Walter Pfeiffer
  • Gotthard Schuh
  • Albert Steiner


Bildnachweise:

 

Abschnitt "Elliott Erwitt – Humor in der Fotografie"

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Abschnitt "Helmut Newton – das Spiel mit dem Betrachter"

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Abschnitt "Diane Arbus – am Rand der Gesellschaft"

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Abschnitt "Annie Leibovitz – Herzstück im kollektiven popkulturellen Bildergedächtnis"

This image was originally posted to Flickr by Robert Scoble at https://www.flickr.com/photos/35034363287@N01/2312094683. It was reviewed on by FlickreviewR and was confirmed to be licensed under the terms of the cc-by-2.0.


Abschnitt "Andreas Gursky – Panoramabilder mit machtvollen Metaphern"

This image was originally posted by Hpschaefer . This file is licensed under the terms of the cc-by-sa-3.0.

 

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